Saftfasten oder wir entsagen der festen Nahrung

Egal in welchen Medien man hinschaut, überall sieht man Säfte, ob grün, ob süß, ob gemixt oder entsaftet. Es ist Fastenzeit und nach der heftigen Krankheitswelle wollen wir doch alle so lange wie möglich gesund bleiben (also mindestens mal 2 Monate am Stück; wäre ein neuer Rekord für mich) oder nicht?

In genau einer solchen Krankheitsphase, angespitzt von vielen leckeren Saftbildern, äußerte ich in einer schwachen Minute gegenüber meinem Liebsten, eine Saftwoche einlegen zu wollen. Nur Saft, sonst nichts. Und dann nimmt der mich tatsächlich ernst!

Kurzerhand wurde ein Entsafter bei a* gekauft (ich weiß, man kann sich streiten ob mixen oder entsaften besser ist) und eine riesige Bestellung von Obst und Gemüse beim Gemüsedealer um die Ecke aufgegeben. Wild, durcheinander und ganz ohne Vorwissen. Es gibt sicher Bücher hierzu, aber wir wollten doch einfach entsaften, sprich 3x am Tag einen selbst zubereiteten Saft trinken und dem Essen abschwören. Ausprobieren was uns schmeckt. Eine ganze Woche lang.

Ein paar Fakten waren uns natürlich auch so klar:

zusätzlich viel viel Trinken (Wasser und Tee)
zu Beginn mehr Obst als Gemüse, weil schmackhafter

Gut, dass wir über arbeitsfreie Tage starteten, denn der „Entzug“ war erwartungsgemäß nicht so einfach. 2 Tage Kopfweh und schlechte Laune – was macht Frau nicht alles für die Gesundheit. Wir wurden gefragt, warum wir nicht „abführten“, was man wohl bei Heilfasten so tut. Wäre vielleicht gut gewesen – wir haben einfach darauf verzichtet.

Überraschenderweise war das Hungergefühl schnell verflogen. Es war mehr der „Jap“, sprich die Gelüste, die mir im Laufe der Woche das Leben schwer machten.

Wir probierten die unterschiedlichsten Mischungen aus, ganz nach Lust und Laune. Neben dem bekannten Orangensaft tasteten wir uns vor zu bunten Obstmischungen (Melone, Birne, Apfel, Kiwi etc.) bis wir uns mehr und mehr an die Gemüsesäfte wagten. Karotten, Salatgurken, Spinat, Rotkohl, Zucchini, Rote Beete, Kohlrabi, Fenchel…ich habe Dinge getrunken, die ich in meinen wildesten (Alp-)Träumen nicht zu trinken gewagt hätte. Und viele (nicht alle) haben gut geschmeckt!

Wir sind mit unseren Trinkflaschen zur Arbeit – ja auch das war kein Problem. Gemein empfand ich nur, dass alles auf einmal so gut roch und die Düfte aus der Kantine ja nicht für mich bestimmt waren. Ansonsten ging es uns super! Man fühlt sich wacher, energiegeladener – einfach frischer!

Letztlich haben wir durchgehalten, 7 Tage lang uns nur von Säften ernährt. Mein Herzblatt hätte locker wohl noch eine Woche dran hängen können, doch für mich war dann einfach Schluss. Mein Kreislauf und meine Gelüste wollten feste Nahrung!

Spätestens an diesem Punkt haben wir uns dann doch mal im Internet schlau gemacht. Macht auch Sinn, nach dieser Zeit nicht gleich mit Pizza und Co. ins alte Essverhalten zurückzufinden. So planten wir genüsslich mit ungewürzter Kartoffelsuppe und einer Scheibe dunklen Vollkornbrotes mit bisschen Butter das Fasten zu „brechen“. Ihr könnt mir glauben: was leckererereres habe ich schon lange nicht mehr gegessen! Und auch die Tage danach haben wir unseren Bauch langsam und vorsichtig an feste Nahrung gewöhnt.

Zusammenfassend kann ich euch berichten: die Saftwoche hat sich total für uns gelohnt! Wir haben dies nicht zum Abnehmen getan (das wäre wirklich der falsche Ansatz!!!). Sondern wir wollten einen ganz bewussten Break in unserem doch sehr ungesunden Essverhalten. Und einfach mal weniger essen haben wir vorher nicht hinbekommen. 4 kg zeigt die Waage nach wie vor weniger. Wir ernähren uns seitdem bewusster, planen unsere Mahlzeiten, meine Kochliebe ist wieder erwacht und wir fühlen uns rundum gut! Für uns also: Ziel erreicht!

Hier ein paar Erfahrungen:

Rotkohl schmeckt, ist aber scharf im Saft
Brokkoli ist zum Entsaften nicht geeignet
Kohlrabi schmeckt überraschend lecker
Karotten auch
Tomaten waren gewöhnungsbedürftig

Kauft gutes Obst und Gemüse – ist schließlich das einzige was ihr zu euch nehmt!
Hoffentlich habt ihr einen Kompost im Garten – der freut sich nämlich über die tollen Abfälle!

Und da schon ein paar von euch nachgefragt haben: der Entsafter unserer Wahl war der Phillips HR1869/01 Entsafter. Wir sind immer noch super zufrieden damit!

 

Für alle die es genau wissen wollen – hier unsere Saftmischungen:

  • Orangen, Grapefruit, Trauben, Apfel, Birne
  • frischer Blattspinat, Salatgurke, Karotten, Orange, Trauben
  • Melone, Orangen, Kiwi, Apfel, Trauben, Birne
  • Rotkohl, Rote Beete, Apfel, Karotte
  • Orangen, Birne, Nektarinen
  • Salatgurke, Karotten, Orange
  • Kohlrabi, Karotten, Zucchini, Paprika (sehr lecker)
  • Rotkohl, Salatgurke, Karotten
  • Tomaten, Paprika, Fenchel, Basilikum
  • irgendwas mit Ananas
  • Mango, Orange, Trauben, Apfel

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